Günter Frantz beim Betriebsausflug am 1. September 1999 während einer Pause am Ufer der Leine

Die Kajak-AG der Berthold-Otto-Schule

Die Kajak-AG entstand 1979 als Gemeinschaftsprojekt zwischen Hauptschule und Berthold-Otto-Schule Mellendorf. Aus dem Nichts heraus (weder Boote noch Kenntnisse waren in den Schulen zu der Zeit vorhanden) baute Günter Frantz mit Kolleginnen und Kollegen beider Schulen Einerkajaks sowie einen Canadier für neun Personen, der heute noch auf Gruppenfahrten eingesetzt wird. Den Kajak-Sport in Schulen zu etablieren, ist eine ziemlich teure Angelegenheit. Er kann nicht aus dem laufenden Schuletat finanziert werden und ist somit auf außerordentliche Mittel angewiesen. Die Schulträger der Schulen, der Landkreis Hannover und die Gemeinde Wedemark, stellten auf Günter Frantz’ Initiative hin nicht nur Geld für den Bootsbau, das nötige Zubehör und sogar einen Bootsanhänger zur Verfügung, sondern genehmigten einen Sonderetat, aus dem die laufenden Kosten wie z.B. der Transport von Booten und Schülern bezahlt wurden.
Da ihm die Arbeitsgemeinschaft nicht genügte und er auch an Wochenenden und in den Ferien mit Schülerinnen und Schülern paddeln wollte, gründete Günter Frantz die Kanu-Gruppe Wedemark, die im Landeskanuverband Niedersachsen organisiert ist.
Im Sommer 2001 trat Günter Frantz in den Ruhestand, nachdem er dafür gesorgt hatte, dass die Kanuarbeit an der Schule fortgeführt wurde. Bis zu seinem plötzlichen Tod im Februar 2003 paddelte Günter Frantz an vielen Wochenenden gemeinsam mit Kollegen und Schülern der BOS auf den Flüssen der Region.
Seit 2001 betreut Sabine Voß von der Kanu-Gemeinschaft List e. V. die Kajak-AG als Fachübungsleiterin sowohl bei den wöchentlichen AG-Fahrten als auch auf den Kajak-Wochen. Im Rahmen der Kooperation Verein - Schule fördert der Landessportbund Niedersachsen die Fachübungsleitung jährlich zur Hälfte mit 400 €. Die andere Hälfte sowie das Honorar für die Wochenfahrten übernimmt der Förderverein der Berthold-Otto-Schule. Darüberhinaus fördert der Verein die AG jedes Jahr mit einigen hundert Euro zum Beispiel für Spritzdecken, Paddel, Schwimmwesten und ähnliches.

Im Laufe der Jahre nahm der Bestand an Booten immer mehr zu – die Schule bekam alte geschenkt oder kaufte gebrauchte, teils reparaturbedürftige Boote für wenig Geld hinzu. Die recht schweren, selbst gebauten Einerkajaks wurden nach und nach ausgemustert. Zur Zeit nennt die Schule 16 Einerkajaks, ein Zweierkajak, einen Vierer- sowie einen Neunercanadier ihr eigen.
Untergebracht sind die Boote mittlerweile im schuleigenen Bootsschuppen. In Zusammenarbeit mit der Stiftung für Behinderte der Wedemark bemühte sich die Schule um den Bau eines Bootsschuppens, von dem schon Günter Frantz träumte. Dieser Traum konnte im Jahr 2005 verwirklicht werden, nachdem die Gemeinde Wedemark, die Stiftung für Behinderte der Wedemark und der Förderverein der Berthold-Otto-Schule die dafür erforderlichen 30.000 €uro aufgebracht hatten.

Paddeln

In der Zeit von April bis Oktober paddeln die Kajaker in der Regel auf den Flüssen der Region an einem Nachmittag in der Woche mit Einerkajaks, was als Kanuwandern bezeichnet wird. Einmal im Jahr geht es für 5 – 6 Tage auf ‚große Fahrt’ auf die Weser, die Ilmenau, die Lahn, die Diemel, in den Spreewald oder zu irgendeinem anderen Fluß, der für Tagesfahrten nicht erreichbar ist. Gepaddelt wird mit den schuleigenen Booten.
Aber es steht nicht nur Kanuwandern auf dem Programm. Mindestens einmal im Jahr nimmt die AG an einem Wochenende an einem Wildwasserlehrgang teil. Schülerinnen und Schüler, die darüber hinaus Interesse an dieser Art des Paddelns haben, können als Mitglied der Kanu-Gruppe Wedemark auch an weiteren Lehrgängen und Touren teilnehmen.


Sabine Voß - Weltmeisterin 2000 im Kanupolo zu Besuch bei der Kajak-AG der Berthold-Otto-Schule im November 2000 (obere Reihe, 3. von links)